Unsere Namensgeberin: die heilige Elisabeth von Thüringen

Die heilige Elisabeth von Thüringen

Elisabeth bei einer Kranken, vor 1250, Glasfenster in der Elisabethkirche in Marburg

Die Heilige Elisabeth von Thüringen wird vor allem für ihre Sorge um kranke, arme, notleidende und sterbende Menschen verehrt. 1207 als Tochter des Königs von Ungarn geboren, wurde sie bereits als Vierjährige mit dem Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung nach Thüringen geschickt. Nach dem Tode Hermanns heiratete sie 1221 dessen jüngeren Bruder Ludwig. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Das Vorbild der Franziskaner mit deren Ideal der Besitzlosigkeit übte großen Einfluss auf Elisabeth aus. Sie unterstütze das Kloster, kümmerte sich selbst um Bedürftige und verteilte Lebensmittel in den Armenvierteln. Zunehmend verschenkte sie ihren Schmuck und trug nur zu höfischen Anlässen widerwillig ihre prächtigen Gewänder. Dieses Verhalten und die Tatsache, dass sie persönlich aussätzige Kinder pflegte und sogar Verstorbene für ihre Beerdigung wusch, empfand ihr Umfeld als Zumutung. Trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, wurde das Verhalten Elisabeths von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Ausführlich berichten die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdungen und Vorwürfen ihrer Umgebung standhielt.
Immer wieder werden wundersame Ereignisse berichtet: Der Aussätzige, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisabeth zu ertappen, wurde das Bild des gekreuzigten Christus gesehen. Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn und Korn füllte alle Kammern. Bekannt ist auch das sog. „Rosenwunder“: Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths Verschwendung aufgehetzt, wollte seine Frau zurechtweisen, die mit einem mit Brot gefüllten Deckelkorb auf dem Weg zu den Armen war. Er deckte den Korb auf, sah aber kein Brot sondern nur Rosen.
Auf dem Weg zum 5. Kreuzzug starb Ludwig von Thüringen noch in Italien. Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. 1229 zog Elisabeth nach Marburg. Hier lebte sie aus der Überzeugung in persönlicher Armut. Mit ihrem Witwenvermögen errichtete sie 1229 in Marburg ein Spital für arme und kranke Menschen, das bis 1887 Bestand hatte. Hier arbeitete sie selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod im November 1231 und wurde in ihrem Hospital in Marburg bestattet.