03.03.2026

Das Hospiz St. Elisabeth Hohenlohe blickt dankbar zurück

Ein Jahr voller Nähe, Trost und Menschlichkeit

Vor genau einem Jahr wurde das Hospiz St. Elisabeth Hohenlohe in Künzelsau feierlich eingeweiht. Nur zwei Tage später zogen bereits die ersten Gäste in das liebevoll umgebaute Gebäude in der Rösleinsbergstraße 29 ein. Heute, zwölf intensive Monate später, zieht Hospiz- und Pflegedienstleiterin Silke Feinauer eine bewegte und dankbare Bilanz.

„Es war ein erfülltes und arbeitsreiches Jahr. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung unseres Hospizes“, sagt sie. „Unser Konzept geht auf: Wir begleiten unsere Gäste in ihrer letzten Lebensphase umfassend – medizinisch, pflegerisch, sozial und spirituell. Wir möchten ihnen einen geschützten Raum geben, in dem sie gut loslassen und in Würde Abschied nehmen können.“

116 Gäste hat das engagierte Team in diesem ersten Jahr begleitet. Waren die Verweildauern zu Beginn oft nur kurz, so bleiben die Menschen inzwischen durchschnittlich rund 20 Tage. „Viele kennen uns inzwischen und kommen in einer früheren Phase zu uns“, erklärt Feinauer. Als Fachpflegekraft und zertifizierte Kursleiterin für Palliative Care hat sie ein tragfähiges Netzwerk mit umliegenden Krankenhäusern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie ambulanten Hospizdiensten aufgebaut. Gäste kommen aus der gesamten Region zwischen Buchen, Bad Mergentheim und Heilbronn, aus dem Hohenlohekreis und den benachbarten Landkreisen. Aktuell sind alle acht Plätze belegt – ein Zeichen des großen Vertrauens.

Hospizteam

Ein Team, das zusammengewachsen ist
Nicht nur das Haus, auch das Team ist in diesem Jahr gewachsen – fachlich und menschlich. Jeden Tag beginnt das multiprofessionelle Team mit einer gemeinsamen Morgenrunde. Dort geht es nicht nur um Krankheitsverläufe und Symptome, sondern vor allem um die individuellen Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse jedes einzelnen Gastes.
Regelmäßige Kurzfortbildungen und Weiterbildungen – von Palliative Care über Akupressur bis Aromatherapie – stärken das gemeinsame Verständnis. „Wir entwickeln unsere Kompetenzen kontinuierlich weiter“, betont Feinauer. „Uns verbindet eine gemeinsame Haltung: Jeder Mensch ist einzigartig – und so soll auch seine Begleitung sein.“

Lebensqualität bis zuletzt
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Biografiearbeit und dem bewussten Wahrnehmen persönlicher Bedürfnisse. Oft sind es scheinbar kleine Dinge, die große Bedeutung haben. „Essen und Trinken bedeuten Lebensqualität. Deshalb kochen wir täglich frisch – nach den Wünschen unserer Gäste“, erzählt Feinauer. Manchmal sind es einfache, bodenständige Gerichte, deren Duft Erinnerungen an Kindheit oder Familie weckt.
Auch komplementäre Therapien sind fester Bestandteil des Konzepts. Wärmende Wachswickel mit ätherischen Düften, beruhigende Berührungen oder die sogenannte „Klingende Waschung“ in den letzten Lebensstunden helfen, Angst und Atemnot zu lindern. „Wir erleben immer wieder, wie Menschen dabei sichtbar entspannen und zur Ruhe kommen“, sagt Feinauer.
Diese Begleitung ergänzt die wichtige palliativmedizinische Therapie etwa die Linderung von Schmerzen oder andern Symptomen. Silke Feinauer: „Hier sind wir sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Praxis Dr. Kuhnle, die uns mit ihrer ärztlichen palliativmedizinischen Fachkompetenz unterstützt.“

Bewegende Abschiede und besondere Momente
Viele Augenblicke haben sich tief ins Herz des Teams eingeprägt. Feinauer erinnert sich besonders an einen Mann in der Karwoche: „Für Ostersonntag war mit seiner Familie noch ein kleines Fest geplant. Doch am Karfreitag bat er mich zu sich. Er verabschiedete sich – und ist dann ganz ruhig gestorben.“

Auch Weihnachten brachte bewegende Momente: Die Kinder einer Mitarbeiterin spielten Weihnachtslieder, und selbst ein Gast, der zuvor alle Feierlichkeiten abgelehnt hatte, sang schließlich – tief ergriffen – mit.

Solche Erfahrungen berühren. Um sie gut verarbeiten zu können, sind Supervision und der enge Austausch im Team unverzichtbar. Dank der Unterstützung des Fördervereins Hospiz Hohenlohe e.V. konnte kürzlich eine gemeinsame Teamfortbildung stattfinden. „Der Förderverein steht fest an unserer Seite und unterstützt unsere Arbeit in jeder Hinsicht. Wir sind sehr dankbar für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ohne den Förderverein wäre vieles nicht möglich“, betont Feinauer.

Ihr Dank gilt ebenso den zahlreichen Spenderinnen und Spendern für ihre großzügige Hilfe sowie den ehrenamtlichen Unterstützern. „Ob in der Küche, im Garten oder bei ganz praktischen Aufgaben – jede helfende Hand entlastet uns und schenkt uns Zeit für das Wesentliche: die Begleitung unserer Gäste.“ Weitere Ehrenamtliche sind jederzeit herzlich willkommen.

Tag der offenen Tür am 14. März
Anlässlich des einjährigen Bestehens lädt das Hospiz St. Elisabeth Hohenlohe am Samstag, 14. März, von 13 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucherinnen und Besucher können die Gemeinschaftsräume besichtigen, das Therapie- und Pflegekonzept kennenlernen und sich über komplementäre Verfahren wie Aromapflege sowie über die Aufnahmekriterien informieren. Weitere Informationen zum Tag der offenen Tür und zur Arbeit des Fördervereins gibt es unter:
www.hospiz-hohenlohe.de